Alexandru Kampmann

 

Müssen Automechaniker in Zukunft auch programmieren können? Immer bessere Fahrsysteme werden durch komplexe Software ermöglicht. In wenigen Jahren soll uns die Forschung dabei helfen, das mobile Leben einfacher zu gestalten. Warum dabei modulare Software Architekturen die Grundlage für neuartige Mobilitätskonzepte ist und welchen Beitrag A. Kampmann dabei leistet, wird im folgenden Artikel näher beleuchtet.  

  Forscherportrait_Kampmann Urheberrecht: ICT

Vom Carolo-Cup zur IAA

Alexandru Kampmann arbeitet am Lehrstuhl für Eingebettete Systeme an der RWTH Aachen. Bevor er wissenschaftlicher Mitarbeiter am i11 wurde, zog es ihn für die Masterarbeit nach Kalifornien. Sein Wissen über maschinelles Lernen und Bildverarbeitung in autonomen Fahrzeugen brachte er in Projekten bei Ford und kleinen Start-Ups ein. Aus den geplanten sechs Monaten Masterarbeit bei Ford wurden zwei Jahre im warmen Palo Alto. Woher die Begeisterung für Informatik und Autos kommt? Schon während des Studiums engagierte er sich beim Aachener Team GalaXis. Es werden autonome Modellfahrzeuge im Maßstab 1:10 konzipiert und eigenhändig gebaut. Beim Carolo-Cup 2015 gewann Kampmann den 1. Platz in der Kategorie Systemkonzept. Heute, drei Jahre später ist sein Ziel nicht mehr der Carolo-Cup sondern die Teilnahme bei der Internationalen-Automobil-Ausstellung, IAA.

Das Revival der Zusammenarbeit

Das Projekt „Unicaragil“ will in 4 Jahren auf der IAA in Frankfurt zeigen, was die Zusammenarbeit von sieben deutschen Universitäten alles leisten kann. Das Projekt „Unicaragil“ startete dieses Jahr mit der Vision, das Auto der Zukunft zu gestalten – fahrerlos und emissionsfrei. Schon 1978 kamen vier deutsche Lehrstühle mit dem Projekt „Unicar“ zusammen um zukunftsweisende Technologien zu entwickeln. Nun kommt es 40 Jahre später zu einem Revival. Aus dem ursprünglichen Projektnamen „Unicar“ wird nun „Unicaragil“.

„Mit allen möglichen Leuten zusammen kommen, mit denen wir sonst nicht geredet hätten“

In der Zusammenarbeit mit den anderen Universitäten sieht Kampmann klare Vorteile. Sie stehen im ständigen Kontakt und tauschen sich über Ideen und Konzepte aus. Genau das macht interdisziplinäre Arbeit aus: Perspektiven aus verschiedenen wissenschaftlichen Bereichen übernehmen und die daraus resultierenden Anforderungen an das Fahrsystem verstehen.

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Technologien für nachhaltige Fahrzeugsysteme

Das Projekt steht im Wettlauf mit der Zeit. Das Team will in kürzester Zeit modulare Softwarearchitekturen entwickeln, damit Steuergeräte und Anwendungen in dem Fahrzeug kommunizieren können. Dabei setzt Kampmann auf Modularität und Flexibilität. Es seht für eine Dynamik, die mit den kurzen Lebens- und Entwicklungszyklen der aufkommenden Technologien mithalten könnte. Das trifft den Nerv der Zeit: Agile Entwicklungsmethoden für eine agile Automobilität.

Intelligenter Straßenverkehr

Für Kampmann sieht der Straßenverkehr in der Zukunft völlig anders als heute aus. Er malt sich ein Stadtbild aus, in dem autonom fahrende Shuttelbusse die Ampelphasen effizient ausnutzen und Pendler auf dem Heimweg sich entspannt zurück lehnen könnten. Schließlich will Kampmann „erfolgreich sein, mit allem was wir uns vorgenommen haben“ um neue Möglichkeiten der Mobilität auszuschöpfen.