Walt-Disney-Methode an der RWTH

02.06.2015

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Aachener Wissenschaftler optimieren die Teamarbeit.

 

Die Anwendung der Walt-Disney-Methode durch RWTH-Wissenschaftler hat nur am Rande etwas mit Zeichentrickfilmen zu tun. Walt Disney setzte sie laut Zeitzeugen selbst für die Ideenfindung und Projektplanung ein. Professor Martin Baumann vom Lehrstuhl für Angewandte Medizintechnik und Physiker Christoph Gordalla von der Aachener Hochschule fassen die Methode mit 60 weiteren erprobten Gruppenarbeitsmethoden in einem Buch zusammen. Damit möchten sie Problemstellungen aus den Bereichen Teambuilding, Ideenfindung, Konzepterstellung und Wissenserwerb im Grenzbereich der Lebens-, Ingenieur- und Naturwissenschaften lösen.

Die Methode

Bei der Walt-Disney-Methode nehmen zum Beispiel drei Teilnehmer die Rolle des Realisten, Kritikers und Visionärs ein. Während der Visionär bei seinen Vorschlägen keine Grenzen hat, sieht der Kritiker alle damit verbundenen Risiken. Der Realist wiederum sucht einen Ausgleich zwischen diesen beiden Extremen. Der entscheidende Unterschied liegt in der Reihenfolge: Zuerst schildert der Visionär seine Ideen dem Realisten, der sie an die Gegebenheiten der wirklichen Welt anpasst und dann erst dem Kritiker vorstellt. Die schlimmsten Befürchtungen des Kritikers ersetzt der Realist durch realitätsnahe Szenarien und bespricht sie anschließend wieder mit dem Visionär. So verhindert er, dass der Kritiker die Ideen des Visionärs direkt ablehnt.

Die verschiedenen Methoden im Buch werden nach praxisrelevanten Kriterien, wie zum Beispiel Dauer, benötigte Materialien, geeignete Gruppengrößen oder Interaktionstiefe kategorisiert. So erhält der Nutzer eine schnelle Unterstützung für die Vorbereitung, Durchführung und Begleitung effizienter Teamarbeit. Weitere Kapitel zur Theorie der Gruppenarbeit, typischen Fallen, schnellen Praxishilfen und Moderationstechnik runden die Sammlung ab.

Das Buch ist im UTB-Verlag erschienen und kostet rund 20 Euro.

Redaktion: Presse und Kommunikation