Nächste Generation biotechnologischer Verfahren

06.10.2016

Der mit 1,7 Millionen Euro dotierte Forschungspreis 2016 „Nächste Generation biotechnologischer Verfahren – Biotechnologie 2020+“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung, BMBF, ging an Professor Ulrich Schwaneberg, Leiter des Instituts für Biotechnologie der RWTH.

 

Er wurde für die Entwicklung einer Technologieplattform ausgezeichnet, die Produktionsorganismen für die Stoffproduktion in organischen Lösungsmitteln nutzbar macht. Das Projekt trägt den Titel „Selektive P450- und Ganzellhybridkatalysatorsysteme in synthetischen Biofilmen“. Dabei werden interdisziplinär an der RWTH mit Unterstützung durch die Arbeitsgruppen „Mikrogele“ von Professor Andrij Pich und „Hybridkatalysatoren“ von Professor Jun Okuda synthetische Biofilme eingesetzt, um Produktionsorganismen generell für die Katalyse in organischen Lösungsmitteln zu stabilisieren.

Nach natürlichem Vorbild werden Nanogele verwendet, die an Zellen haften und künstliche Biofilme erzeugen. Diese schützen die Zellen vor den organischen Lösungsmitteln, ohne den Stofffluss erheblich zu behindern. Die Anbindung der Nanogele an die Oberfläche der Bakterien erfolgt über so genannte Ankerpeptide. Hierfür wurde das Kolibakterium „E. coli“ ausgewählt.

Das Forschungsvorhaben von Schwaneberg ermöglicht innovative Prozesse besonders bei Verbindungen, die in Wasser kaum lösbar sind. Das sind zum Beispiel Steroide, aromatische und zyklische Kohlenwasserstoffe, aus denen Polymere, Duftstoffe oder Vorstufen von Pharmazeutika hergestellt werden.

Wissenschaftliche Durchbrüche sichtbar machen

Mit der Vergabe des Preises möchte das BMBF wissenschaftliche Durchbrüche sichtbar machen, die für die Entwicklung einer neuen Generation biotechnologischer Verfahren relevant sind. Damit sollen herausragende Resultate anerkannt werden, die in Hochschulen, Forschungseinrichtungen oder auch Unternehmen erzielt wurden. Der Preis dient dazu, das aufgebaute Know-how zu sichern, auszubauen und für die Entwicklung neuer Verfahren nutzbar zu machen.

Redaktion: Presse und Kommunikation