Wenn der Lüfter ausfällt, kommt Hilfe via Datenbrille

08.05.2017

In Zusammenarbeit mit der BMW Group hat der 2. Techathon der RWTH Aachen stattgefunden.

  Männer und Frauen testen Datenbrillen Urheberrecht: Andreas Schmitter Das Siegerteam beim 2. Techathon von RWTH Aachen und der BMW Group freut sich über eine mit spannendem Programm vollgepackte zweitägige Reise nach München.

Zuerst hieß die Herausforderung, als Team in 20 Minuten den höchsten freistehenden Turm aus 20 Spaghetti, einem Meter Klebeband und einem Meter Schnur mit einem Marshmallow als Turmspitze zu bauen. Eine gezielt gesetzte Einstimmung um Agilität zu fördern: Idee auszuprobieren - bei Erfolg kultivieren, bei Nicht-Erfolg verwerfen und die nächste Idee ausprobieren. Dann drehte sich beim 2. Techathon an der RWTH Aachen in Zusammenarbeit mit der BMW Group drei Tage lang alles um Digitalisierung in der Produktion. Im Rahmen der seit Anfang des Jahres implementierten strategischen Partnerschaft der RWTH mit der BMW Group entwickelten 20 Studierende der RWTH unter dem Motto „data4us“ Strategien Probleme in der Produktion frühzeitig zu lösen - oder noch besser vorhersehend gar nicht aufkommen zu lassen.

Die Aufgabenstellung klang relativ banal: Ein Lüfter ist ausgefallen. „Wenn aber ein Lüfter in einem Werk zu lange ausfällt, droht schnell die ganze Produktion still zu stehen“, erläuterte Dr. Stephan Zügner, der bei der BMW Group in der technischen Planung nach Innovationen zur Lösung genau solcher Fragestellungen sucht. Er machte den Studenten deutlich, welche Auswirkungen solch ein zunächst kleiner Problem-Keim haben kann. In fünf Gruppen suchten die Bachelor- und Masterstudierenden aus den Fachbereichen Maschinenbau, Informatik und Elektrotechnik dann nach Lösungen.

Fünf Gruppen aus Maschinenbau, Informatik und Elektrotechnik

Welche Daten müssen erhoben werden, um den Fehler zu erkennen? Wie können diese Daten visualisiert werden? Wie kann der Fehler erkannt werden, ohne den Lüfter auseinander zu schrauben? Wie wird der Techniker informiert und instruiert? Die Arbeitsgruppen arbeiteten miteinander und gegeneinander. Einerseits waren sie auf die Ergebnisse der anderen Gruppen angewiesen, zugleich standen sie im Wettbewerb und mussten vor Fachleuten der RWTH und der BMW Group ihre Ideen und deren technischen Umsetzungen präsentieren. „Dieser Wettbewerb an Ideen und deren schrittweiser Umsetzung in Innovationsprojekten bei BMW ist auch genau das, was die Kooperation von BMW und RWTH insgesamt auszeichnet“, erläutert Dr. Christoph Deutskens, der die Kooperation mit initiiert hat und als Geschäftsführer der And You Move GmbH die Durchführung des Techathons koordiniert.

Auch Maschinenbaustudent Christopher Rösel war dabei: der 20-jährige beschäftigt sich eigentlich noch mit den Grundlagen seines Studienfaches. Beim Techathon hatte er zusammen mit seinem Team die Aufgabe, eine Datenbrille so zu füttern, dass ein Techniker damit das Problem im Lüfter erkennen und beheben kann. „Dieser Wettbewerb ist so ganz anders als das, was ich bislang im Studium gemacht habe“, berichtet er begeistert: „Meine Generation muss sich einfach mit dem Thema Industrie 4.0 auseinandersetzen.“ Steffen Bertels, zukünftiger Wirtschaftsingenieur, wusste vor allem die Interdisziplinarität der Challenge zu schätzen. „Ich weiß jetzt, dass Informatik noch vielfältiger ist als gedacht. Trotzdem konnten wir unsere verschiedenen fachlichen Perspektiven einbringen“, meinte der 25-Jährige.

Diese Kreativität, das sich gegenseitige Anspornen und Weiterbringen nannte auch Zügner als wesentliche Gründe, warum sich die BMW Group mit dem Techathon engagiert: „Diesen Spirit brauchen wir.“ Natürlich sei der Event eine gute Möglichkeit, die Fachkräfte von morgen sehr persönlich kennenzulernen. „Aber wir nehmen auch Ideen für technische Umsetzungen in unsere gemeinsamen Technologieprojekte mit.“

Der halbjährliche Techathon ist ein Baustein der strategischen Partnerschaft zwischen der BMW Group und der RWTH Aachen. Zugleich wurde auf dem RWTH Campus von BMW ein „Open Workspace“ eingerichtet – mit Dartscheibe und gemütlichem Sofa, Mobiliar für Workshops und einem großen hochmodernen Touchscreen, der die Kommunikation nach München und den weltweiten Werken der BMW Group optimiert. Kurzum eine moderne und agile Arbeitsumgebung, die effiziente Arbeit im Team ermöglicht. „Durch die Partnerschaft mit BMW möchten wir Projekte in Forschung und Entwicklung voranbringen“, erläutert Katharina Skunca, die als Key-Account-Managerin im Transfer- und Gründerzentrum der RWTH Aachen für die Kooperation mit BMW fungiert. Sie verweist auf die drei Säulen der Zusammenarbeit, dem Innovations- und Talentmanagement sowie auf die gemeinsamen Marketingaktivitäten. „Und wir wollen hier Unternehmergeist fördern“, ergänzt Zügner.

Text: Rauke Bornefeld

Redaktion: Presse und Kommunikation