Erfolgsstory von Marcel Nellesen

  Marcel Nellesen

Marcel Nellesen hat seine MATSE-Ausbildung von 2013 bis 2016 absolviert. Momentan arbeitet er als Gruppenleiter der Gruppe Research Data Processes in High Performance Computing Systems in der Abteilung Research Process & Data Management am IT Center der RWTH Aachen.

 

Warum haben Sie sich damals für MATSE entschieden?

Informatik hat mir in der Schule viel Spaß gemacht. Damals schrieb ich ein bisschen Software für mich selbst, aber das war eher ein Hobby. Nach meinem Schulabschluss habe ich ein Studium in Lehramt für Chemie und Physik begonnen. Mir war das aber zu theoretisch und ich wollte gerne mehr Bezug zur Praxis haben. Außerdem fand ich das Gehalt in den dualen Studiengängen sehr attraktiv. So habe ich mich entschieden, in ein duales Studium zu wechseln.

Ich habe auf zwei verschiedenen Wegen von MATSE erfahren. Zuerst habe ich eine Broschüre von der Berufsberatung bekommen. Dann erzählte mir eine Freundin, dass sie den MATSE-Kenntnistest gemacht hatte. Da dieses Ausbildungsprogramm alle meine Wünsche erfüllte – praktisch ausgerichtet und bezahlt zu sein – und auch mit meinem Hobby, dem Programmieren, zu tun zu haben – habe ich mich um einen Ausbildungsplatz als MATSE beworben. Noch am Tag des Kenntnistests habe ich eine Einladung zum Vorstellungsgespräch bekommen. Ich war sehr angenehm überrascht, dass alles so schnell ging. So begann mein Abenteuer mit MATSE, das bis zum heutigen Tag andauert.

Beschreiben Sie Ihren Karriereweg vom MATSE zu Ihrer heutigen Position.

Ich habe zuerst meine Ausbildung mit Bachelorstudiengang (FH Aachen) in der MATSE-Ausbildungsgruppe am IT Center und danach ein Masterstudium in Informatik an der RWTH Aachen abgeschlossen.

Auch wenn die Anzahl an Auflagenfächer im Masterstudium an der RWTH zuerst erschreckend wirkte, fand ich es sehr interessant. Begleitend zum Masterstudium habe ich an IT Center als studentische Hilfskraft weitergearbeitet: Dort war ich mit Vorlesungs- und Übungsbetreuung sowie der Erstellung von Materialien für die Veranstaltungen beschäftigt. Nach meinem Masterstudium bin ich weiter im IT Center in der Abteilung RPDM (Research Process & Data Management) in einem Team für die Softwareentwicklung im Bereich des Forschungsdatenmanagements angestellt. Dort arbeite ich seit ca. 2,5 Jahren. Die Teams des IT Centers haben sich den Entwicklungen in der Softwareentwicklung der Hochschule angepasst und sind gewachsen. Und nun bin ich seit kurzer Zeit Gruppenleiter einer spezialisierten Gruppe von sechs Softwareentwickler*innen. Wir haben eine wirklich sehr interessante Aufgabe: Wir verbinden Forschungsmanagement – das ist die Organisation von wirklich großen Mengen an Forschungsdaten – mit High Performance Computing. Denn die großen Datenmengen sollen effizient mit Hochleistungsrechnern und deren Software verarbeitet werden können und die Wege der Daten nachvollziehbar gemacht werden.

Wie sieht ein Projekt in Ihrem Arbeitsalltag aus?

Mein Arbeitsalltag ist zurzeit sehr abwechslungsreich. Zum einen gibt es einen großen Teil Projektmanagement: Als Gruppenleiter bereite ich Aufgaben und Sprint-Pläne vor. Zum anderen bin ich in vielen Meetings damit beschäftigt, unsere Projekte mit anderen Projektpartner*innen an verschiedenen Hochschulen in Deutschland abzusprechen. Das IT Center ist in verschiedenen Projekten in Bereich NFDI (Nationale Forschungsdateninfrastruktur) und NHR (Nationales Hochleistungsrechnen) beteiligt. Meine Gruppe und ich sind zusätzlich stark in NRR4CES (Nationales Hochleistungsrechnen for Computational Engineering Science) tätig. Wir arbeiten mit daran, das Forschungsdatenmanagement bundesweit besser mit High Performance Computing zu organisieren. In diesem Bereich habe ich angefangen zu promovieren, da ich ihn besonders interessant und spannend finde.

Wie verbinden sich Ihre Erfahrungen als MATSE mit Ihrem heutigen Arbeitsalltag?

Gerade gewinnen viele Inhalte von meiner Ausbildung, die ich damals als nicht so wichtig geachtet habe, viel an Bedeutung. Nicht nur die Programmiersprachen, sondern auch das Projektmanagement sind jetzt wichtige Bestandteile in meinem Arbeitsalltag. In diesem Bereich ist auch die Teamarbeit nicht zu unterschätzen, da es kaum Projekte gibt, an denen man alleine arbeitet. Immer sind andere Universitäten oder weitere Hochschuleinrichtungen der RWTH beteiligt.

Was ich sehr cool an MATSE fand, war die Möglichkeit für Interdisziplinarität: Man sieht, wie die Software in anderen Kontexten benutzt werden kann und welche unterschiedlichen Sichtweisen es auf verschiedene Probleme gibt. Das erlebe ich heute so in meinem Arbeitsalltag und schätze es sehr.

Der einzige Unterschied zwischen dem Arbeitsalltag und der Ausbildungszeit besteht meiner Meinung darin, dass man als Auszubildender eher an kleineren Projekten arbeitet. Im Arbeitsleben ist das größere Ganze zu managen. Außerdem muss man langfristig planen können. Das Alles wird aber während der Ausbildung gelernt.

Was würden Sie an MATSE interessierten jungen Menschen heute empfehlen?

Wenn man die MATSE-Ausbildung mit einem Informatikstudium vergleicht, dann erkennt man doch sehr stark die Unterschiede. Das Studium an einer Universität ist viel theoretischer, während bei MATSE die Arbeit an echten Projekten vom ersten Tag an beginnt.

Was mir persönlich gefallen hat, war der Anwendungsbezug. Ich wusste immer genau, wofür ich den Stoff aus der Vorlesungen brauchte. Man kann alles schon am nächsten Tag im Betrieb anwenden. MATSE ist für alle, die mehr praktischen Bezug im Studium möchten, genau das Richtige.